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Berichtsheft-Beispiele: Steuerfachangestellter/Steuerfachangestellte

Im Berichtsheft der Steuerfachangestellten steht, welche Aufgaben du für die Kanzlei erledigt hast: Belege kontieren, Umsatzsteuer-Voranmeldungen vorbereiten, Lohnabrechnungen erstellen, später Steuererklärungen und Jahresabschlüsse. Im ersten Jahr stehen Buchführung und Umsatzsteuer im Mittelpunkt, im zweiten Lohn, Anlagevermögen und Einkommensteuer, im dritten Jahresabschluss und Rechtsbehelfe. Mandantendaten bleiben dabei tabu. Die Beispiele zeigen eine Woche je Ausbildungsjahr.

Kammer
Steuerberaterkammer
Dauer
3 Jahre
Grundlage
Verordnung über die Berufsausbildung zum Steuerfachangestellten und zur Steuerfachangestellten (StFachAngAusbV), 2022, gültig ab 01.08.2023

Beispielwochen

So kann je eine Woche im Berichtsheft aussehen. Schreib deine eigenen Einträge immer nach dem, was du wirklich gemacht hast.

1. Ausbildungsjahr Belege kontieren und Umsatzsteuer vorbereiten

Ausbildungsnachweis (wöchentlich)
Name des/der Auszubildenden:
Ausbildungsjahr:1
Ausbildungsbereich:Finanzbuchhaltung
Ausbildungswoche vom:
bis:
Betriebliche Tätigkeiten*Stunden
Eingangs- und Ausgangsrechnungen eines Mandanten nach Kontenrahmen kontiert
Bankbuchungen den offenen Posten zugeordnet, Differenzen geklärt
Umsatzsteuer-Voranmeldung vorbereitet und dem Steuerberater zur Prüfung vorgelegt
Fehlende Belege beim Mandanten angefordert und Liste fortgeführt
26
Unterweisungen, betrieblicher Unterricht, sonstige Schulungen*Stunden
Unterweisung zur Verschwiegenheit nach dem Steuerberatungsgesetz und zum Datenschutz
Themen des BerufsschulunterrichtsStunden
LF 2: Buchführungsarbeiten, Belegorganisation und Kontenrahmen
LF 3: Umsatzsteuer, Vorsteuerabzug und Steuersätze
* Wie lange wurde welche Tätigkeit ausgeübt?
Datum, Unterschrift Auszubildende/r
Datum, Unterschrift Ausbildende/r oder Ausbilder/in
Datum, Unterschrift gesetzliche/r Vertreter/in
Datum, weitere Sichtvermerke (z. B. Lehrer/in)

2. Ausbildungsjahr Lohnabrechnung für mehrere Mandanten

Ausbildungsnachweis (wöchentlich)
Name des/der Auszubildenden:
Ausbildungsjahr:2
Ausbildungsbereich:Lohn und Gehalt
Ausbildungswoche vom:
bis:
Betriebliche Tätigkeiten*Stunden
Stammdaten und Änderungsmeldungen im Lohnprogramm gepflegt
Monatliche Entgeltabrechnungen erstellt und Lohnsteuer, Sozialversicherung geprüft
Lohnsteuer-Anmeldung und Beitragsnachweise vorbereitet
Lohnjournal mit Buchungsvorschlägen für die Finanzbuchhaltung abgestimmt
38
Unterweisungen, betrieblicher Unterricht, sonstige Schulungen*Stunden
Einweisung in Fristen von Lohnsteuer-Anmeldung und Beitragsnachweis
Themen des BerufsschulunterrichtsStunden
* Wie lange wurde welche Tätigkeit ausgeübt?
Datum, Unterschrift Auszubildende/r
Datum, Unterschrift Ausbildende/r oder Ausbilder/in
Datum, Unterschrift gesetzliche/r Vertreter/in
Datum, weitere Sichtvermerke (z. B. Lehrer/in)

2. Ausbildungsjahr Anlagevermögen und Einkommensteuer

Ausbildungsnachweis (wöchentlich)
Name des/der Auszubildenden:
Ausbildungsjahr:2
Ausbildungsbereich:Steuererklärungen
Ausbildungswoche vom:
bis:
Betriebliche Tätigkeiten*Stunden
Zugänge und Abgänge im Anlageverzeichnis erfasst, Abschreibung berechnet
Einnahmenüberschussrechnung eines Mandanten vorbereitet und auf Vollständigkeit geprüft
Einkommensteuererklärung eines Arbeitnehmers mit Werbungskosten erstellt
Rückfragen zu Belegen für die Steuererklärung gesammelt und mit dem Berater besprochen
26
Unterweisungen, betrieblicher Unterricht, sonstige Schulungen*Stunden
Einweisung in die elektronische Übermittlung an das Finanzamt
Themen des BerufsschulunterrichtsStunden
LF 7: Anlagevermögen erfassen, lineare Abschreibung
LF 8: Gewinnermittlung durch Einnahmenüberschussrechnung
* Wie lange wurde welche Tätigkeit ausgeübt?
Datum, Unterschrift Auszubildende/r
Datum, Unterschrift Ausbildende/r oder Ausbilder/in
Datum, Unterschrift gesetzliche/r Vertreter/in
Datum, weitere Sichtvermerke (z. B. Lehrer/in)

3. Ausbildungsjahr Jahresabschluss und Einspruch prüfen

Ausbildungsnachweis (wöchentlich)
Name des/der Auszubildenden:
Ausbildungsjahr:3
Ausbildungsbereich:Jahresabschluss und Steuerrecht
Ausbildungswoche vom:
bis:
Betriebliche Tätigkeiten*Stunden
Vorbereitende Abschlussbuchungen erfasst: Abgrenzungen, Rückstellungen, Abschreibungen
Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung eines Musterfalls erstellt und Kennzahlen ausgewertet
Einkommensteuerbescheid auf Abweichungen zur Erklärung geprüft, Einspruchsfrist notiert
Mandantengespräch mit vorbereitet: Unterlagen und Auswertung zusammengestellt
26
Unterweisungen, betrieblicher Unterricht, sonstige Schulungen*Stunden
Gespräch mit dem Ausbilder zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung
Themen des BerufsschulunterrichtsStunden
LF 10: Jahresabschlüsse erstellen und auswerten
LF 11: Verwaltungsakte prüfen, Einspruch und Fristen
* Wie lange wurde welche Tätigkeit ausgeübt?
Datum, Unterschrift Auszubildende/r
Datum, Unterschrift Ausbildende/r oder Ausbilder/in
Datum, Unterschrift gesetzliche/r Vertreter/in
Datum, weitere Sichtvermerke (z. B. Lehrer/in)

Lernfelder der Berufsschule

  1. LF 1Die eigene Rolle im Betrieb mitgestalten und am Wirtschaftsleben teilnehmen
  2. LF 2Buchführungsarbeiten durchführen
  3. LF 3Umsatzsteuerrechtliche Sachverhalte bearbeiten
  4. LF 4Einkommensteuererklärungen von Beschäftigten erstellen
  5. LF 5Arbeitsentgelte berechnen und buchen
  6. LF 6Grenzüberschreitende Sachverhalte und Sonderfälle umsatzsteuerrechtlich bearbeiten und erfassen
  7. LF 7Beschaffung und Verkauf von Anlagevermögen erfassen
  8. LF 8Gewinneinkünfte und weitere Überschusseinkünfte ermitteln
  9. LF 9Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer ermitteln
  10. LF 10Jahresabschlüsse erstellen und auswerten
  11. LF 11Verwaltungsakte prüfen, Rechtsbehelfe und Anträge vorbereiten
  12. LF 12Beratung von Mandantinnen und Mandanten im Team mitgestalten

Quelle: KMK-Rahmenlehrplan Steuerfachangestellter/Steuerfachangestellte, Beschluss vom 10.06.2022. Die Themen der Berufsschule trägst du im Block „Themen des Berufsschulunterrichts“ ein.

Tipps für dieses Berichtsheft

  • Die Verschwiegenheitspflicht gilt auch im Berichtsheft: Schreib „Umsatzsteuer-Voranmeldung für einen Gewerbebetrieb vorbereitet“, nie Namen, Steuernummern oder echte Beträge von Mandanten.
  • Nenn die Steuerart und den Vorgang: „Einkommensteuererklärung mit Werbungskosten erstellt“ ist konkreter als „Steuererklärung gemacht“.
  • Halte Fristen fest, die du beachtet hast (Voranmeldung, Einspruch). Das zeigt, dass du den Ablauf verstehst.
  • Trenn, was du selbst vorbereitet und was der Steuerberater geprüft oder unterschrieben hat.

Typische Fehler

  • Mandantennamen, Steuernummern oder echte Zahlen im Heft. Das verletzt die Verschwiegenheit.
  • Nur „Buchhaltung“ als Tätigkeit, ohne zu sagen, welche Belege, Konten oder Steuerart.
  • Berufsschulwochen nicht eintragen oder Betriebsstunden angeben, die zum Stundenplan nicht passen.

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