Was ist ein Schatten-Berichtsheft?
Dein offizielles Berichtsheft unterschreibt dein Ausbildungsbetrieb. Genau deshalb landen bestimmte Dinge dort nie: die zwei Stunden Überstunden, die niemand aufgeschrieben hat. Der dritte Tag hintereinander in der Lagerhalle statt in der Ausbildung. Der Spruch vom Chef, über den du dich immer noch ärgerst.
Das Schatten-Berichtsheft ist das zweite Heft daneben — privat, verschlüsselt und nur auf deinem Gerät. Du hältst dort mit Datum fest, was wirklich passiert ist. Nicht, um jemanden anzuschwärzen, sondern damit du es später noch genau weißt, wenn du es klären willst.
Der entsperrte Tresor. Jeder Eintrag mit dem Tag, an dem es passiert ist, dem Schweregrad und wer dabei war. Aufgenommen mit erfundenen Einträgen.
Der Unterschied zum offiziellen Berichtsheft
- Pflicht nach § 13 BBiG, Voraussetzung für die Prüfungszulassung
- Wird vom Ausbilder gegengezeichnet
- Beschreibt die Ausbildungsinhalte der Woche
- Liegt dem Betrieb und der IHK vor
- Freiwillig und rein privat
- Sieht niemand außer dir — kein Server, kein Konto
- Hält Überstunden, Vorfälle und ausbildungsfremde Aufgaben fest
- Bleibt verschlüsselt auf deinem Gerät
Das eine ersetzt das andere nicht. Der Ausbildungsnachweis bleibt Pflicht — das Schatten-Berichtsheft läuft daneben.
Was Azubis hier dokumentieren
- Überstunden ohne Ausgleich — wann, wie lange, angeordnet von wem.
- Ausbildungsfremde Tätigkeiten — Aufgaben, die mit dem Ausbildungsrahmenplan nichts zu tun haben.
- Vorfälle und Sprüche — was gesagt wurde, wer dabei war.
- Berufsschule — wenn die Freistellung verweigert oder der Schultag zum Arbeitstag wird.
- Fehlende Betreuung — Wochen ohne Ausbilder, ohne Anleitung, ohne Feedback.
- Zugesagtes und Gebrochenes — Versprechen zu Übernahme, Urlaub oder Abteilungswechsel.
Wer erst ein halbes Jahr später erzählt, was vorgefallen ist, hat meist nur noch ein ungefähres „irgendwann im Frühjahr". Eine datierte Notiz ist konkreter — im Gespräch mit dem Ausbilder, der JAV oder der IHK.
Wie die Verschlüsselung funktioniert
Beim ersten Öffnen legst du ein Passwort fest. Daraus leitet der Browser per PBKDF2 mit 600.000 Iterationen einen Schlüssel ab und verschlüsselt damit jeden Eintrag mit AES-256-GCM. Passwort und Schlüssel verlassen dein Gerät nie.
- Kein Server, kein Konto, keine Cloud-Kopie
- Die Sitzung sperrt sich nach Inaktivität automatisch
- Export als IHK-Beschwerde-Protokoll, wenn du die Einträge brauchst
Kehrseite: Ein vergessenes Passwort bedeutet, dass die Einträge dauerhaft unzugänglich sind. Es gibt niemanden, der sie zurückholen kann — auch uns nicht.
Häufige Fragen
Ersetzt das Schatten-Berichtsheft mein offizielles Berichtsheft?
Nein. Der Ausbildungsnachweis nach § 13 BBiG bleibt Pflicht und wird weiterhin vom Betrieb abgezeichnet. Das Schatten-Berichtsheft ist eine private Aufzeichnung daneben.
Wofür brauche ich die Einträge später?
Als Gedächtnisstütze mit Datum, wenn du etwas klären willst — mit deinem Ausbilder, der Jugend- und Auszubildendenvertretung, der IHK oder einer Beratungsstelle.
Kann mein Ausbildungsbetrieb die Einträge sehen?
Nicht über MyWorkLog. Die Daten liegen verschlüsselt im Speicher deines eigenen Browsers und werden nirgendwohin übertragen. Ohne dein entsperrtes Gerät und dein Passwort sieht niemand etwas.
Was passiert, wenn ich das Passwort vergesse?
Dann sind die Einträge weg. Es gibt bewusst keine Wiederherstellung — genau das macht die Verschlüsselung erst wirksam.
Was kostet das?
Nichts. Das Schatten-Berichtsheft gehört zu MyWorkLog, ist kostenlos, werbefrei und ohne Konto nutzbar.
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